November­pogrome
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1938 in Niedersachsen

Winsen (Luhe)

In Winsen (Luhe) müssen Anfang des 18. Jahrhunderts bereits seit längerer Zeit Juden gelebt haben, denn der Friedhof ist bereits in den 1740er Jahren nachweisbar. Die kleine Synagogengemeinde Winsen (Luhe) umfasste außerdem die Ortschaften Amelinghausen, Bardowick, Hanstedt, Ramelsloh und Salzhausen. Die Gottesdienste wurden in einem angemieteten Raum in der Luhestraße abgehalten. Nachdem sich bereits um 1900 die Auflösung der Gemeinde abzeichnete, lebten in den 1920er Jahren nur noch drei jüdische Familien in der Stadt.

Während des Novemberpogroms wurden bei dem einzigen Geschäft mit jüdischem Inhaber, dem Bekleidungsgeschäft Alfred Stern die Schaufenster eingeschlagen. Sechs jüdische Bürger aus Winsen wurden 1941 über Hamburg nach Riga deportiert, zwei weitere im Mai 1943 nach Theresienstadt. Sara Horwitz, die einzige bekannte Überlebende des Holocaust aus Winsen, kehrte nach dem Ende des Krieges in ihre Heimatstadt zurück und starb dort im Jahr 1956.

Weitere Informationen

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum: Winsen/Luhe (Niedersachsen)

Autor: Dr. Jens Binner, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten