November­pogrome
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1938 in Niedersachsen

Adelebsen

Im 19. Jahrhundert verfügte Adelebsen über eine große jüdische Gemeinde. Auch in den Nachbargemeinden Lödingsen und Barterode lebten jüdische Familien. Der jüdische Friedhof von Adelebsen ist einer der ältesten und größten in Niedersachsen.

1938 lebten in Adelebsen nur noch einige jüdische Familien. In der Nacht auf den 10. November 1938 überfielen aus Göttingen kommende SS-Angehörige die jüdischen Bewohner in ihren Häusern, misshandelten sie und trieben die Erwachsenen vor den Ratskeller. Die wenigen jüdischen Männer brachte man nach Northeim, wo sie in „Schutzhaft“ genommen wurden. Die Synagoge wurde niedergebrannt. An den Übergriffen beteiligten sich auch zwei Adelebsener Bürger.

Im Frühjahr 1942 wurden die in Adelebsen verbliebenen Juden in das Warschauer Ghetto oder nach Theresienstadt deportiert. Nur ein Überlebender kehrte nach Kriegsende nach Adelebsen zurück; Noa Rothschildt starb 1948.

Weiterführende Literatur und Links

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum: Adelebsen (Niedersachsen)

Autor: Jens-Christian Wagner, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten